Wappen der Familie Koch
Uhren Koch©
Ekkehard Koch, Mitglied der DGC
Fachkreis Historische Uhren Schloss Raesfeld e.V.
Kölner Uhrenkreis
Fachkreis Turmuhren in der DGC
Deutsche Gesellschaft für Chronometrie e.V.
Uhr mit Spindelhemmung
Start Turmuhren Großuhren Sanduhren Werkstattwissen Literatur
Museum Peterhof Restaurierung Dokumentation Uhrmacherwerkzeug Termine Impressum
Der Regulator
Bei den Regulatoren handelt es sich um Wanduhren in einem geschlossenen Uhrkasten, die hauptsächlich im deutschsprachigen Raum gebaut wurden. Ihre Blütezeit begann im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, wo sie mit aufwändigem Gehäuse meist in bürgerlichen Haushalten in der „Guten Stube“ hingen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden immer größere Stückzahlen produziert und der Preis für einen guten Regulator sank. Ab da findet man sie in fast allen Haushalten in der Küche oder dem Esszimmer, wo sich das alltägliche Familienleben abspielte. Dort zeigten und schlugen sie die Zeit und waren fester Bestandteil im Tagesablauf der Familie.

Der unten abgebildete Regulator trägt den Namenszug „Zentra“. Zentra war eine Einkaufsgenossenschaft deutscher Uhrmacher, gegründet 1928 in Berlin von Albert Kratz. Die Uhren wurden von verschiedenen Herstellern bezogen und unter dem Namen „Zentra“ angeboten und verkauft.

Der Regulator hat eine Gangdauer von ca. einer Woche, das linke Aufzugloch ist für das Schlagwerk und das rechte für das Gehwerk.

Regulator
Ein Regulator vor der Überholung in der Werkstatt.

Oft sind die Gehäuse mit mehreren Schichten von Pflegemitteln überzogen, die schnell unansehnlich wirken um dann erneut wieder mit dem nächsten "Wundermittel" der Holzpflege überdeckt zu werden.
Staub sollte man mit einem Pinsel entfernen und die Oberfläche mit einem kaum merklich feuchten und fusselfreien Tuch abreiben.
Weniger ist hier mehr!
Regulator Zifferblatt
Das Zifferblatt,
der Feind aller Zifferblätter ist die unsachgemäße Reinigung.

Die dünnen Silber- oder Farbauflagen werden oft durch Reinigungstücher und Reinigungsmittel zerstört.
Immer auf einen passenden Aufzugsschlüssel achten und ihn sicher auf den Aufzugsvierkant stecken und erst dann das Werk aufziehen. Das verhindert unschöne Beschädigungen und Kratzer um das Aufzugsloch.
Werkansicht von vorn
Das Werk, Ansicht von vorn.
Uhren sind mechanische Werke die Höchstleistungen vollbringen.
Ohne Pflege und Wartung geht es auch hier nicht. Die Kanne mit dem "hochfeinen"  Nähmaschinenöl hat an dem Werk nichts zu suchen.
Staub verbindet sich im Laufe der Zeit mit dem Öl und bildet eine Schmirgelschicht, die Lager und Wellen zerstört. Alle acht Jahre (ca.) sollte das Werk vom Uhrmacher zerlegt, gereinigt und neu geölt werden. Dann hat der/die Besitzer/in wieder Freude mit seiner/ihrer Uhr.
Regulator Werkansicht von hinten
Das Werk, Ansicht von hinten, vor dem Transport einer Uhr mit einem Pendel ist zu beachten, dass das Pendel sachgerecht ausgehängt wird. Das Pendel hängt an einer feinen und dünnen Stahlfeder, die sehr empfindlich auf falsche Behandlung reagiert. Verbogene Pendelfedern müssen grundsätzlich erneuert werden.
Das Werk von der Seite gesehen
Das Werk von der Seite gesehen,
ein schöner Klang zeichnet alte Regulatoren aus. Ist der Klang unrein, dann bitte die Uhr zum Uhrmacher bringen, er findet die Ursache und kann den Fehler beseitigen.
Das selbstständige biegen am Schlaghebel oder der Tonfeder bringt nur sehr selten den gewünschten Erfolg.
Regulator das Werk total zerlegt Das Werk zerlegt, ein guter Uhrmacher prüft das Uhrwerk gewissenhaft,  zerlegt und reinigt es um es dann, nach der evtl. erforderlichen Reparatur, wieder geölt und gefettet zusammenzusetzen. Ein sorgfältig überwachter Probelauf und gute Regulierung schließen die Arbeit ab. Großuhren werden oft vom Uhrmacher abgeholt und wieder angeliefert.
Regulieranweisung: Am Pendel befindet sich direkt unter der Pendellinse eine Reguliermutter. Um die Pendelfeder zu schützen halten Sie bitte das Pendel, ohne Zug nach unten oderDruck nach oben, mit einer Hand direkt über der Pendellinse fest, während Sie mit der anderen Hand die Reguliermutter justieren. - Drehen Sie die Mutter nach rechts, die Mutter nach oben, dann geht die Uhr schneller; - drehen sie nach links, die Mutter nach unten, geht die Uhr langsamer. An manchen Uhren und/oder Pendeln findet man auch die Buchstaben A und R oder F und S. "A und R" steht für das französische "Avant" und "Retard" also für schnell und langsam. Die Buchstaben "F und S" stehen für die englische Bezeichnung "Fast und Slow, also für jeweils schneller oder langsamer. Die Buchstaben (Sprache) erlauben keinen Rückschluß auf das Herkunftsland der Uhr. Sie sollten maximal eine viertel Umdrehung an der Reguliermutter machen, danach bitte eine Woche beobachten und gegebenenfalls wieder justieren. Uhren mit Federzug sollten möglichst immer zur gleichen Zeit, wenigstens am gleichen Tag aufgezogen werden. Die Feder gibt ihre Kraft ungleichmäßig ab. Voll aufgezogen kann die Uhr schneller gehen, läst die Federspannung = Federkraft nach, kann die Uhr langsamer gehen. Diese Unterschiede gleichen sich im Laufe der Woche aus. Achten Sie darauf, dass sich die Pendellinse wirklich verschiebt weenn Sie an der Regulierschraube drehen. Es ist einfacher/sicherer die Regulierung von "langsam" nach "schnell" vorzunehmen. Die Pendellinse wird dabei von der Reguliermutter nach oben geschoben. Im umgekehrten Fall ist zu beachten, dass die Pendellinse auch tatsächlich nach unten sinkt! Stellen der Uhr: Sollte die Uhr gestellt werden, dann bitte nur im Uhrzeigersinn und niemals rückwärts. Es mag Uhren geben, die es vertragen dass die Zeiger rückwärts gedreht werden, aber wissen Sie ob Ihre Uhr das verträgt? Wenn der Schlag nicht stimmt, liegt es in aller Regel daran, dass die Uhr gestellt wurde. Manche Uhren, vor allem ältere, haben einen Schlagwerksmechanismus mit einer sogenannten "Schloss- oder Schlussscheibe". Bei Uhren dieser Bauweile muss unbeding bei der Zeigerstellung darauf geachtet werden, dass der Schlag jeweils voll durchläuft. Also alle Schläge abwarten und dann erst weiter drehen. Bei Uhren mit einem "Rechenschlagwerk" ist das technisch anders geregelt, hier bleibt der Schlag bei der Verstellung unbeeinflußt. Es empfiehlt sich aber trotzdem, die einzelnen Schläge abzuwarten.

Mögliche Hilfe bei der Korrektur, wenn der Schlag falsch ist, also nicht mit der angezeigten Uhrzeit übereinstimmt. Bei manchen Uhren verbirgt sich hinter dem Zifferblatt eine kurze Schnur die mit einem kleinen Hebel zum Schlagwerk verbunden ist. Ist diese Schnur vorhanden, kann daran gezogen werden um den Schlag auszulösen. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis der Schlag wieder richtig ist. Das geht alles ohne Gewalt! Die Funktion der Pendeluhr ist nicht unbedingt davon abhängig ob das Gehäuse genau senkrecht hängt oder steht. Das Pendel muss nach beiden Seiten gleich schwingen. Das ist hörbar! Das „Tick–Tack“ muss gleichmäßig hörbar sein. Ist der Rhythmus falsch, „humpelt die Uhr“ und bleibt stehen. Hier hilft nur, das Gehäuse so zu hängen, zu stellen (unter den oder die Füße etwas unterlegen) bis das „Tick-Tack“ gleichmäßig ist. Manche Uhr bleibt stehen, weil sie mit der Wasserwaage ausgerichtet wurde. Bei einer Uhr mit Pendel  ist das Pendel das Lot. Es kann sein, dass die Uhr erst dann geht, wenn das Gehäuse etwas schief hängt oder steht.